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Homophobie ist heilbar!



Schwules von der CDU

12 Kommentare

Eine Partei zu sein ist nicht leicht. Einerseits will man seine Mitglieder vertreten und Wähler in der Wahlkabine ein Kreuz an ihrer Stelle machen haben, andererseits muss man ab und zu auch ausbaden, was manche Menschen im Namen ihrer Partei so alles tun und verbrechen (Die katholische Kirche hat das Problem nicht).

Wie das so ist, wird die CDU in dem kommenden Tagen wohl mal wieder erleben dürfen. Irgendjemand hatte es entdeckt, Aleks hatte es getwittert – und ich durfte es lesen. Im Diskussionsforum der CDU schrieb Jochen Trebmann einen Text darüber, dass Homosexualität angeblich heilbar sei.Jochen Trebmann bei diskussion.cdu.de

“Die Homosexualität als gesamtgesellschaftliches Problem könnte bald eingedämmt werden.”

“Die Anzeichen verdichten sich immer mehr, daß Homosexualität nicht etwa eine gleichberechtigte sexuelle Orientierung zur Heterosexualität ist, sondern eine Desorientierung, die vielfältige Ursachen hat.”

“[E]s gibt offensichtlich keine “angeborene” Homosexualität. Erst durch bestimmte Lebensumstände erkrankt ein Mensch psychisch an Homosexualität.”

“Eine Welt ohne Homosexualität ist keine Utopie oder Vision mehr.”

Das alles – und noch viel mehr – steht in dem Text, den ihr hoffentlich (hoffentlicher nicht ^^) bald noch lesen könnt.

Bevor wir uns jetzt alle tierisch über die ach so gestrige CDU aufregen: okay, dass Jochen Trebmann, eifriger Kommentator bei Politically Incorrect (was man bisweilen auch schlicht eine arg rechtslastige Seite nennen könnte, um es nett auszudrücken), dort solche Meinungen unkritisiert von sich geben darf, ist zu kritisieren, wie Malte Welding zurecht festhält. Dafür wird die CDU sich auch noch rechtfertigen dürfen müssen. Dennoch, bevor das Ganze jetzt hochkocht: selbst wenn einige in der CDU so denken mögen, tun wir der ihr Unrecht, wenn wir uns jetzt unseren Teil denken und sagen”Es passt zu ihrem christlich verblendeten Weltbild”. Immerhin gibt es ja auch noch die Lesben und Schwulen in der Union. Nichtsdestotrotz sollten wir Äußerungen wie die des Herrn Trebmann nicht hinnehmen. Wie wäre es, wenn plötzlich die Moderatoren im CDU-Forum ganz viel Post bekämen?

Man könnte es auch einfach eine simple Formel reduzieren: “Egal worum es geht, es gibt immer ein Arschloch!” (Und manchmal finde ich das auch ganz gut.)

Dass ich mal die CDU verteidigen würde. Ich glaub, ich werde alt und nachsichtig.

Gebloggt von Hendryk

28. April 2009 | 01:01 Uhr

12 Kommentare zu 'Schwules von der CDU'

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  1. [...] bin da aber eher skeptisch. Zur Dokumentation kann man den Eintrag via Screenshot drüben bei someabout.net [...]

  2. [...] CDU wohl die Notbremse gezogen und im Laufe der Nacht die Forendiskussion von Jochen Trebmann (Screenshoot hier) [...]

  3. [...] zur Heterosexualität ist, sondern eine Desorientierung, die vielfältige Ursachen hat.” [Screenshot des Artikels via [...]

  4. [...] “Alternativen”. Ein weiterer Mirror (mit komplettem Screenshot) findet sich bei “Someabout” Lesenswert. Und liebe [...]

  5. Nein Phillip, wir tun der CDU kein Unrecht.

    Es gibt in Deutschland keine Trennung zwischen Staat und Kirche. Die Kirchen haben das Recht als öffentliche Anstalten Steuern zu erheben und sich durch den Staat alimentieren zu lassen. Grundlage ist die Weimarer Verfassung, gültig laut GG Art 140 „Die Bestimmungen der Artikel 136, 137, 138, 139 und 141 der deutschen Verfassung vom 11. August 1919 sind Bestandteil dieses Grundgesetzes.“
    Dies erklärt auch, wieso in Deutschland eine zugelassene Partei ein C führen kann. Ob nun manche Mitglieder dieser Partei sich in Toleranz gegenüber Schwulen üben und dies als Einklang mit dem christlichen Glauben der Nächstenliebe erklären oder sich ein paar Masochisten in der LSU als Pausenfüller im Flur des Bundesparteitages präsentieren, diese Partei tritt die Menschenwürde jedes Homosexuellen mit Füßen solange sie sich der Umsetzung der allgemeinen UNO Erklärung der Menschenrechte widersetzt:
    „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“
    Der Kommentar eines Einzelnen im CDU Forum ist vielleicht ein kleiner Aufreger. Der wirkliche Aufreger ist die gesamte Partei.
    Hier nur zur Info die oben angesprochenen Artikel aus dem GG
    Artikel 136
    Die bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten werden durch die Ausübung der Religionsfreiheit weder bedingt noch beschränkt.
    Der Genuß bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte sowie die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis.
    Niemand ist verpflichtet, seine religiöse Überzeugung zu offenbaren. Die Behörden haben nur soweit das Recht, nach der Zugehörigkeit zu einer Religionsgesellschaft zu fragen, als davon Rechte und Pflichten abhängen oder eine gesetzlich angeordnete statistische Erhebung dies erfordert.
    Niemand darf zu einer kirchlichen Handlung oder Feierlichkeit oder zur Teilnahme an religiösen Übungen oder zur Benutzung einer religiösen Eidesform gezwungen werden.
    Artikel 137
    Es besteht keine Staatskirche.
    Die Freiheit der Vereinigung zu Religionsgesellschaften wird gewährleistet. Der Zusammenschluß von Religionsgesellschaften innerhalb des Reichsgebiets unterliegt keinen Beschränkungen.
    Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Sie verleiht ihre Ämter ohne Mitwirkung des Staates oder der bürgerlichen Gemeinde.
    Religionsgesellschaften erwerben die Rechtsfähigkeit nach den allgemeinen Vorschriften des bürgerlichen Rechts.
    Die Religionsgesellschaften bleiben Körperschaften des öffentlichen Rechtes, soweit sie solche bisher waren. Anderen Religionsgesellschaften sind auf ihren Antrag gleiche Rechte zu gewähren, wenn sie durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten. Schließen sich mehrere derartige öffentlich-rechtliche Religionsgesellschaften zu einem Verbande zusammen, so ist auch dieser Verband eine öffentlich-rechtliche Körperschaft.
    Die Religionsgesellschaften, welche Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind, sind berechtigt, auf Grund der bürgerlichen Steuerlisten nach Maßgabe der landesrechtlichen Bestimmungen Steuern zu erheben.
    Den Religionsgesellschaften werden die Vereinigungen gleichgestellt, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Weltanschauung zur Aufgabe machen.
    Soweit die Durchführung dieser Bestimmungen eine weitere Regelung erfordert, liegt diese der Landesgesetzgebung ob.
    Artikel 138
    Die auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften werden durch die Landesgesetzgebung abgelöst. Die Grundsätze hierfür stellt das Reich auf.
    Das Eigentum und andere Rechte der Religionsgesellschaften und religiösen Vereine an ihren für Kultus-, Unterrichts- und Wohlfahrtszwecke bestimmten Anstalten, Stiftungen und sonstigen Vermögen werden gewährleistet.
    Artikel 139
    Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.
    Artikel 141
    Soweit das Bedürfnis nach Gottesdienst und Seelsorge im Heer, in Krankenhäusern, Strafanstalten oder sonstigen öffentlichen Anstalten besteht, sind die Religionsgesellschaften zur Vornahme religiöser Handlungen zuzulassen, wobei jeder Zwang fernzuhalten ist.

    hp

    28. Apr 09 at 18:07

  6. Hej, hp, lass ma den Phillip da raus, der Text geht auf meine Kappe ;-)

    Ich halte dagegen: Wenn wir eine Partei auf den Bockmist reduzieren, den ein unbedeutendes, weil unbekanntes, Mitglied von sich gibt, dann tun wir ihr Unrecht. Dass ihre Haltung zu einer Position Bullshit ist, können wir ihr dennoch vorhalten – aber dann sollten wir eine irrelevante Einzelperson nicht als Aufhänger dafür nehmen, sondern uns konkret auf eine Auseinandersetzung mit der gesamten Partei einlassen.
    Zu sagen “Der Idiot ist typisch für …”, sollte uns zu einfach sein, selbst wenn wir zurecht bemängeln, dass er mit seiner Haltung nicht allein steht – aber das sollten wir dann auch erwähnen!

    pillenknick

    28. Apr 09 at 21:56

  7. [...] http://www.someabout.net/?p=2544 (Screenshot mit komplettem Text) [...]

  8. [...] wenig gestöbert und hier gibt es einen Screenshot zum mittlerweile klammheimlich gelöschten Artikel aus dem CDU-Forum. [...]

  9. Hallo Pk. Sorry, das ich den Namen verwechselt habe. Dafür hast Du nicht richtig meinen Text gelesen. Ich habe dargestellt, dass die Mehrheit dieser Partei, die mehrheitlich das Programm und die Statuten beschließt, Schwulen und Lesben nicht die gleichen Rechte wie Heterosexuellen einräumt. Das sind nicht einzelne. Da liegt ein System dahinter, welches aus der unsäglichen Verquickung von staatstragender Partei und Kirchen hervorgeht.
    Verstehe mich nicht falsch. Jeder soll leben und glauben wie er will. Jeder muss aber auch die gleichen Rechte und Pflichten haben.

    hp

    29. Apr 09 at 21:36

  10. Ich glaube, wir haben beiden Recht ^^, du damit, dass wir nicht wirklich säkular sind und die CDU das verbildlicht, ich damit, dass man nicht prinzipiell vom Einzelfall auf das Gesamtbild schließen kann. In diesem Fall kann man es doch – nur sollte das nicht zum Normalfall werden, bevor es nicht geprüft wurde.

    pillenknick

    29. Apr 09 at 23:49

  11. [...] an den Artikel von pillenknick anzuknüpfen, der sich mit der CDU-Homepage beschäftigt. Ich habe da eine sehr [...]

  12. [...] Schwules von der CDU [...]

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