En vacances en France X
Da die Beleuchtung recht spärlich war, konnte er sein Gesicht nicht erkennen, aber seine Körperhaltung verriet ihm, dass es Marcel war.
„Hi“, brachte er hervor, war er doch sichtlich überrascht.
„Hi“, kam es zurück und nun war er sich sicher, dass es Marcel war.
„Du, wir wollten doch noch zur Kathedrale …“
„Kann mich dran erinnern“, sagte Marcel und etwas Düsteres schwang in seiner Stimme mit.
Plötzlich wurde Jannik kalt. Das kannte er gar nicht von seinem Kumpel. So gibt er sich nicht!
„Marcel?“
„Hmpf.“
Langsam glitt ihm die Illustrierte aus der Hand und fiel auf den Boden. Er wagte es nicht, sie aufzuheben.
„Na los, heb sie auf!“, befahl Marcel mit glitzernden Augen.
Fast in Zeitlupe bückte er sich, griff nach der Zeitung und fuhr zusammen. Marcel hatte ihn auf den Boden geworfen und zog ihn nun den Flur hinab in sein Zimmer.
Janniks Kopf schmerzte noch vom Aufprall und wusste sich nicht zu helfen.
Im nächsten Augenblick fand er sich auf einem Bett, die Zeitschrift neben ihm. Über ihm kniete nun Marcel mit nacktem Oberkörper. Jannik bekam es mit der Angst zu tun. Was sollte das werden?
Er wollte sich gerade aufsetzen, als er die Fesseln aus T-Shirts am Bettpfosten und seinen Hand- und Beingelenken bemerkte.
Marcel grinste ihn höhnisch an und verband ihm die Augen.
„Was soll das?“, stieß Jannik hervor.
„Wirst schon sehen …“, hallte die dunkle Stimme.
Er erschrak als er die warmen Hände unter seinem T-Shirt spürte. Augenblicklich breitete sich die Wärme im ganzen Körper aus. Seine Hose wurde enger.
„Ist es das, was du willst?“, wollte Marcel wissen.
Jannik entschied sich dafür, nichts zu sagen.
Von einem Moment auf den anderen war Marcel aufgesprungen und setzte sich in den Sessel gegenüber dem Bett.
Dass er noch im Raum war, konnte sein „Sklave“ nicht wissen und lächelte in sich hinein.
Leichte Panik schien Jannik zu packen: „Wo bist du? Bleib hier!“
„Bin doch da“, kam es zurück.
Noch immer begriff er nicht, was hier vor sich ging und versuchte, nicht wahnsinnig zu werden.
„Du hörst mir jetzt zu!“, sagte Marcel herrisch, aber mit seiner normalen Stimme.
Der Gefesselte nickte nur.
„Ist es das, was du willst? Willst du einfach nur das eine? Entweder mich machen lassen und es mit mir machen? Ich hab das schon geahnt. Gleich am ersten Tag …“
Jannik wollte etwas sagen, aber dazu kam er nicht, denn Marcel hielt ihm den Mund zu und nahm ihm die Augenbinde ab.
Er blickte in ein gerötetes Gesicht mit zerzausten Haaren. Marcel sah eigentlich aus wie immer, nur schimmerten seine Augen. Tränen? Mitgefühl?
„Ich bin kein Objekt! Ich bin ein Mensch, genau wie du! Wenn du was zum f***** suchst, dann such weiter. Ich hatte gedacht, dass wir Freunde werden wollten. Du hast alles kaputt gemacht!“
Jannik suchte nach Worten.
„Du hast recht“, auch, wenn er das nicht zugeben wollte.
„Du bist ein echt guter Kumpel für mich in den letzten Tagen geworden, aber ich hatte das Gefühl … Wie du sagst. Aber ich hätte das nie in echt gemacht!“
„Trotzdem hat dir gefallen, was ich machen wollte.“
Beschämt nickte sein Kumpel.
Er löste die Fesseln und sah Jannik in die Augen. Er wirkte ein wenig wie ein großes kleines Kind. – Hilflos.
Ehe er sich versah, fiel ihm Jannik in die Arme. Irgendwie konnte er ihm nicht mehr böse sein. Das Gefühl von Triumph mischte sich mit seinem Mitgefühl. Eine bittere Pille.
Vorsichtig strich er seinem Kumpel durchs Haar und sah eine Träne die Wange hinunterlaufen.
„He, ist ja gut.“
Jannik blickte auf und schluchzte. Sie umarmten sich und verharrten regungslos.
Marcel spürte, wie all der Hass und die Aufregung von ihm glitt. In Janniks Armen fühlte er sich sicher und geborgen.
Jannik hatte ein ungutes Gefühl. War das vielleicht wieder eine Finte? Würde er im nächsten Augenblick wieder überrascht?
Obwohl es sich toll anfühlte, Marcel so nah zu sein, konnte er sich nicht richtig beruhigen. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals.
Er hatte sich grundlegend geirrt. Das Verlangen, mit jemandem zu schlafen hatte er vollkommen falsch gedeutet. Was er eigentlich brauchte, war Nähe, Zuneigung und Liebe. Etwas, das ihm fehlte. Er war genauso unerfahren, wie sein neuer Freund, wollte das aber nicht zugeben, geschweige denn sich selbst eingestehen.
Dieses Mal keine Umfrage, sondern ein Gewinnspiel.




Uhhh Sklavenspielchen… man merkt dass du mit jemanden vom Team telefonierst.
Phillip
31. Aug 09 at 20:26
Es prägt.
Marvin
2. Sep 09 at 16:01
Nunja, “Patrick” tut das seine noch dazu (Insider).
Inzwischen stecke ich dich auch in eine Schublade.
Phillip
2. Sep 09 at 20:47