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Homophobie ist heilbar!



Queere Geschichten aus der Hauptstadt – Das Problem mit der Freundschaft (2)

6 Kommentare

Schneller als erwartet kommt nun schon der zweite Teil der Story. Sozusagen als Dankeschön für das positive Feedback. Aber denkt jetzt nicht, dass das immer klappt. ;o]

Wer nicht mehr oder noch nicht weiß, was zuvor eigentlich passiert ist, der kann sich schnell noch den ersten Teil durchlesen.

Eine Nacht des Umschwungs

Während Basti weiter träumte, beugte sich Olli hinter ihm leicht runter.
»Hey, nicht träumen!«, flüsterte er in Bastis Ohr. »Das kannst du machen wenn du schläfst.«
»Was? … Achso, ne … ich hab nicht geträumt. Hab nur die Menschen beobachtet«, log Basti.
»Und wer Interessantes dabei?«, fragte Olli.
»Ne, nichts, was lohnenswert wäre.«
»Ach, du bist mir schon einer«, sagte Olli und setzte sich wieder hin. »Und wie sieht’s aus, hast noch Lust auf Partymachen heut’ Abend, nur wir zwei?«
»Nicht wirklich«, meinte Basti. Wobei es verlockend klingt, dachte er sich. Bisher war ja immer noch irgendwer mit dabei, aber ich könnte ihm ja dennoch nicht näher kommen. Ich würd’ zu viel riskieren. »Ich bin heute irgendwie nicht in der Stimmung, noch einen drauf zu machen«, sagte er schließlich. »Tut mir leid.«
Die Bedienung kam und stellte zwei neue Drinks auf den Tisch.
»Hmm, kein Problem. Was hältst du stattdessen davon, wenn wir bei mir noch eine DVD gucken?«, fragte Olli. »Du kannst dann natürlich auch bei mir pennen, wenn du magst.«
»Joar, das währe eine Überlegung wert. … Warum eigentlich nicht?«
»Super! Das freut mich.« Olli grinste bis über beide Ohren.
Sie unterhielten sich noch ein wenig über die Schule und ließen sich zwischenzeitlich die Rechnung geben. Olli übernahm sogar alle Drinks und kurz darauf machten sich beide los, um zu ihm nach Kreuzberg zu fahren.

Auf dem Weg zur U-Bahn alberten beide ein wenig herum und am Bahnhof versuchten sie zu erraten, wer von den entgegenkommenden Fahrgästen wohl in den schwulen Club direkt unter der U-Bahn wolle. Nach einer größtenteils gesprächslosen U-Bahnfahrt und noch einigen Metern Fußweg waren die beiden dann kurz nach Mitternacht am Ziel angelangt.
In der Wohnung verschwand Basti erstmal ins Bad, während Olli sich aufs Sofa schmiss. Kurze Zeit später gesellte sich Basti mit dazu.

»Magst du einen Wein trinken?«, fragte Olli schon halb auf dem Sprung in Richtung Küche.
»Wenn du nen Lieblichen da hast, gerne.«
»Klar, was anderes trinke ich doch auch nicht«, sagte Olli.
Er kam mit einem lieblichen Rosé zurück und schenkte Basti und sich ein Glas ein.
»So, auf was für einen Film hast du Lust?«, fragte Olli. »Wart’, ich hol mal meinen Laptop, dann kannst du dir einen groben Überblick beschaffen, was ich so rumstehen habe. Hab mir ja vor kurzem endlich mal eine Datenbank dafür angelegt.«
»Okay. Wieviel DVDs hast du eigentlich mittlerweile?«
»Och, so 500 Stück«, antwortete Olli, während er sich mit dem Laptop wieder neben Basti setzte.
»Schicker Hintergrund«, meinte Basti, als er das Bild von Brent Corrigan sah.
»Danke! Hab ich letztens entdeckt. Da sieht er ganz knuffig drauf aus.«
»Hast du auch Filme von ihm?«
»Willst du jetzt nen Porno gucken?«, fragte Olli verwundert.
»Nein, ich frag nur so.«
»Ich dachte schon. Aber ja, ich hab nen paar auf meiner mobilen Festplatte. Die kann ich dir gerne mal mitgeben, für einsame Stunden«, stichelte Olli.
»Äh … ja, ein anderes Mal vielleicht. Nun zeig’ aber erstmal her, was du so an normalen Filmen hast.«
Olli öffnete die Datenbank und reichte den Laptop dann Basti.
»Cool, du hast Twilight.«, meinte Basti, nachdem er ein wenig gestöbert hatte. »Den würd’ ich gern sehen.«
»Gute Wahl. Ich wusste doch, dass du Geschmack hast.«, meinte Olli. »Wir schauen am besten vom Bett aus. Da sieht man mehr und es ist gemütlicher.«
Olli suchte fix die DVD raus und legte sie ein, während Basti es sich schon auf dem Bett gemütlich machte. »Definitiv gemütlicher.«, meinte er.
Gemeinsam schauten sie dann den Film und leerten in der Zwischenzeit zwei Flaschen Wein, der vor allem Basti anzumerken war. Er verfiel nämlich allmählich der Müdigkeit und schlummerte zum Ende des Films bereits.

Olli bemerkte das, wollte ihn jedoch nicht wecken und so schaltete er den Fernseher aus, legte sich dazu und schlang seinen Arm um Basti. »Schlaf gut.«, flüsterte er und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Basti merkte von alledem nichts, denn er war bereits in die Traumwelt entschwunden. Doch das, was er träumte, war ähnlich dem, was in der Wirklichkeit passierte.

Am nächsten Morgen wachte Basti als erstes auf. Er wunderte sich, dass Olli seinen Arm um ihn gelegt hatte, doch er genoss dieses Gefühl der Nähe auch. Und so blieb er liegen und beobachtete Olli, wie er still und friedlich schlief. Währenddessen überlegte er, was das wohl zu bedeuten hatte.
Empfindet er etwa doch mehr für mich, als ich geahnt habe? Ein Gefühl des Glücks durchfuhr seinen Körper. Dennoch war er skeptisch. Was, wenn er mich nur durch Zufall umarmt? Wie wird er reagieren, wenn er wach wird? Sollte ich vielleicht lieber aufstehen und ins Bad gehen, um der unangenehmen Situation zu entgehen?
Noch bevor er eine Entscheidung fällen konnte, wachte Olli auf. Nervös wartete Basti darauf, was passieren würde. Olli sah ihn an und machte keine Anstalten seinen Arm woanders abzulegen.

»Na du, gut geschlafen?«, fragte er schließlich.
»Ja, sehr gut.«, antwortete Basti. »So gut wie lange nicht mehr.«
»Das freut mich.«, sagte Olli, Basti noch immer umarmend. »Ich werde uns mal Frühstück machen, bleib ruhig noch liegen.« Er gab Basti einen Kuss auf die Wange, so wie er es bereits in der Nacht getan hatte und stand auf, um in die Küche zu gehen.

Basti blieb völlig verdutzt auf dem Bett liegen und versuchte zu realisieren, was sich gerade abgespielt hatte. Er bekam auch nicht mit, wie Olli von der Küche aus fragte, ob er irgendwelche Wünsche hätte. Das kann doch alles nicht wahr sein, ich muss noch träumen, dachte er sich.
»Hey, was ist los?«, fragte Olli, der plötzlich vor ihm stand, freundlich. »Hat es dir die Sprache verschlagen?« Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
»Ich … ähm … also …«, stotterte Basti vor sich hin. »Bist du … also ist da … ähm …« Er bekam keinen ordentlichen Satz mehr zustande.
»Ach, du bist echt süß, wenn du so verdattert bist.«, sagte Olli. »Ja, ich bin in dich verknallt. Und so wie du dreinblickst, bestätigt sich meine Annahme, dass es auf Gegenseitigkeit beruht.«
»Woher weißt … also wie hast du das rausgefunden?«, fragte Basti, der so langsam seine Fassung wieder fand.
»Ich bitte dich, das war ja nicht zu übersehen. Allein deine Blicke, als ich dich gestern Abend ausgefragt habe, die haben Bände gesprochen.«
»U-u-und wie lange schon?«
»Seitdem ich dich kenne. Aber ich war mir unsicher. Daher hab’ ich gestern die Gunst der Stunde genutzt, um mir Klarheit zu verschaffen. Und ich wurde nicht enttäuscht.« Er lächelte Basti an und beugte sich zu ihm runter. »Also, was darf ich dir zur Feier des Tages zum Frühstück zaubern?«
»Überrasch’ mich einfach. Ich denke, damit bin ich bestens bedient.«, antwortete Basti und beide lachten.

(Fortsetzung folgt …)

Gebloggt von Max

22. Oktober 2009 | 19:15 Uhr

6 Kommentare zu 'Queere Geschichten aus der Hauptstadt – Das Problem mit der Freundschaft (2)'

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  1. Also ich find die Geschichte bisher echt süß. Is ne schöne Romanze. Und gut geschrieben. Mach weiter so. Und zwar nicht nur weil ich wissen will, wies weiter geht, sondern weil das gut ist, was du machst. :-) *schleim* ^-^ Rutsch bitte nicht aus.

    Lisa

    22. Okt 09 at 22:38

  2. Klasse!
    Mehr möchte ich dazu nicht sagen =P
    Max i love ur Storys xD

    Queer-Guy

    22. Okt 09 at 22:41

  3. Ich bin grad echt ganz gerührt, von euren positiven Meinungen und denen, die ich auch außerhalb der Kommentare bekomme.
    Ich danke dafür und werde versuche euch mit Teil 3 nicht zu enttäuschen. ;o]

    Max

    22. Okt 09 at 22:50

  4. Kann mich nur anschließen. Tolle Geschichte, die nicht nur sehr gut geschrieben ist, sondern mit der sich glaube ich jeder auch identifizieren kann :-) Bin gespannt auf Teil 3 und folgende Stories.

    Stefan

    23. Okt 09 at 09:02

  5. Echt schön =D
    Bin schon gespannt wie es weiter geht. Hast schonmal drüber nachgedacht ein richtiges Buch zu schreiben? xD

    Lucas

    27. Okt 09 at 18:21

  6. @Lucas -  Ja, ich habe schon darüber nachgedacht. Aber ich fang erstmal klein an und schaue, wie gut ich wirklich bin. ;o]

    Max

    27. Okt 09 at 18:44

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