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Homophobie ist heilbar!



Schwule stehen seltener auf Frauen als Männer

3 Kommentare

queer.de sagt heute ganz frisch: “Studie: Schwule Schüler sind selbstmordgefährdet”. Und ich denk’ mir: Ja, nee, is klar.

Am Ende des dortigen Artikels gibt es zum Glück einen Link zur Neuseeländischen AIDS-Foundation, wo man die auf homo- und bisexuelle Schüler_innen fokussierte vorab veröffentlichte Zusammenfassung lesen kann – nicht unbedingt schön zum Bearbeiten, aber es geht.

Da ich aber auf die vollständige Studie warten will und selbst diese knapp vierzig Seiten zu spät von mir entdeckt wurden, um daraus noch heute einen ernstlich sich damit auseinandersetzenden Artikel zu schreiben, will ich mal ähnliche Banalitäten rauskloppen wie queer.de es mit seiner Schlagzeile tat – und das alles wissenschaftlich untermauert. Möchte jemand ein paar Binsenweisheiten?

Vorab: Für die Studie wurden nur Schüler bis zum Alter von 18 Jahren befragt. Insofern ist das Ergebnis dahingehend geschönt, dass Nicht-Schüler_innen (Abbrecher_innen o.ä.) oder am Tag der Befragung kranke Schüler_innen nicht erfasst wurden. Die Forscher gehen davon aus, dass so – Vorurteil oder statistisch belegt, ich weiß es nicht – der Eindruck einer gesünderen Schüler_innenschaft vermittelt wird. Und: Der Einfachheit halber werden homo- und bisexuelle Schüler_innen zusammengefasst. Der gleichen Einfachheit halber werde ich hier die Begriffe “schwul”, “homosexuell” und “bisexuell” synonym verwenden – außer dort, wo ich dazu sage, dass ich es anders meine.

  • Der Anteil der heterosexuellen Schüler_innen bleibt etwa bei 92 Prozent.
  • Fast zwei Drittel der homosexuellen Schüler haben bis zu ihrem dreizehnten Lebensjahr das erste Mal bewusst darüber nachgedacht, dass sie schwul bzw. lesbisch sein könnten (oder bi, denn die Gruppe der Homo- und Bisexuellen wird zusammengefasst).
  • Ein Drittel der schwulen Schüler ist geoutet.
  • Schwule haben weniger Vertrauen in ihre Familie, wenn es darum geht, über ihre Probleme zu reden.
  • Schwule sind kränker.
  • Schwule Schüler sind unzufriedener mit ihrem Leben und unglücklicher.
  • Heterosexuelle Schüler_innen sind seltener in medizinischer oder psychologischer Behandlung
  • Selbstverstümmelungsversuche und Depressionen treten deutlich häufiger bei Homo- und Bisexuellen auf.
  • Rund 55 Prozent der schwulen Schüler kennen jemanden, der einen Suizidversuch begangen hat.
  • Mehr schwule Schüler haben einen Selbstmordversuch binnen der zwölf Monate bis zur Befragung begangen.
  • Im Vergleich zur 2001er-Studie ist die Rate der Suizidversuche gesunken. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
  • Schwule rauchen, trinken und kiffen mehr.
  • Geschlechtsverkehr ist eine homo- und bisexuelle Domäne
    • 60 Prozent der (auch) am eigenen Geschlecht interessierten Schüler hatten bereits Sex, aber nur 40 Prozent der Heterosexuellen.
    • Zum Umfragezeitpunkt hatten Heterosexuelle seltener Sex.
  • Schwule schützen sich seltener durch Kondome. Trotzdem haben Lesben ebenso öfter Geschlechtskrankheiten als ihre heterosexuellen Geschlechtsgenossinnen, obwohl sie genauso verhüten.
  • Heten gehen lieber zur Schule. Ohne Worte!
  • Schwule werden öfter gemobbt. Und sechs Prozent der heterosexuellen Schüler waren der Auffassung, sie würden gemobbt, weil man sie für schwul/lesbisch hielt.
  • Homosexuelle sind weniger spirituell und gläubig.
  • Schwule sind seltener in Sportvereinen, gehen aber häufiger kreativen Tätigkeiten nach.

So, genug der kultivierten und statistisch belegten Vorurteile. Vielleicht lässt sich ja aus der vollständigen Studie mehr herauslesen.

Gebloggt von Hendryk

20. Oktober 2009 | 20:56 Uhr

3 Kommentare zu 'Schwule stehen seltener auf Frauen als Männer'

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  1. @h ich kann deine Kritik an der Umfrage nicht nachvollziehen. Gegenbeweis: einfach mal ein paar twitternde Tucken (URL`s gern auf Nachfrage, aber dir fallen sicherlich auch einige ein) hier veröffentlichen: entweder hysterische, selbstmordsehnende, todunglückliche, unzufriedene, kontaktgestörte Tweets. Oder vielleicht noch ein paar Zeilen von Blogs mit unverstandenen, auf Mamas Tasche liegenden Schwuppen hinzufügen oder einmal mit offenen Augen die Anzahl der Zigarettenstummel vor der Huschendisco zählen.
    Überzeugung genug? ;-)
     

    hp

    20. Okt 09 at 22:00

  2. Dass du die Kritik an der Umfrage nicht nachvollziehen kannst, lieber hp, liegt daran, dass ich sie gar nicht kritisiere. Ich bezog mich lediglich auf den dämlichen Titel des Textes von queer.de dazu und habe die Studie aus dem Blickwinkel eines nach Banalitäten Suchenden geschrieben.

    Hendryk

    20. Okt 09 at 23:27

  3. [...] hat es mal wieder queer.de geschafft. Während ich mich das letzte Mal doch noch einigermaßen amüsieren konnte, geht das heute leider gar nicht. queer.de titelt [...]

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