Diagnose: Fehldiagnose!

Positiv getestet – für die- oder denjenigen ein Moment der absoluten Einsamkeit… | Fotograf: Adam Foster
Angeregt durch die aktuell laufenden IWWIT Testwochen (someabout.net berichtete) und eigene Erfahrungen in der letzten Zeit stoßen wir hier bei someabout.net immer wieder auf die Thematik HIV & AIDS. Zu Recht, wie ich finde, dieses Thema darf einfach nicht in Vergessenheit geraten. Und Aufklärung ist an dieser Stelle eben der beste Weg in diese Richtung.
Nun empfehlen ja nicht nur wir, einmal einen HIV-Test machen zu lassen. Wie gesagt, momentan finden regelrechte Massentests mit Beratung in Deutschland statt, angeregt durch die Deutsche AIDS-Hilfe. Doch was, wenn man, sich schon vor dem Test sicher fühlend, plötzlich positiv diagnostiziert wird, und dann einen Tag darauf erfährt, dass dies eben eine Fehldiagnose war, und der nun doch Test negativ war? Ein Albtraum, mögen sich viele nun denken.
“SPIEGEL Online” hat heute in seinem Panorama-Teil den Erfahrungsbericht eines Mannes veröffentlicht, dem eben jenes traumatische Ereignis widerfahren ist…
»“Sie sind HIV-positiv.” Als Christoph P. diese Diagnose hört, denkt er: Mein Leben ist vorbei. Der 26-Jährige informiert Familie und Freunde, will den Job kündigen, verzweifelt. Doch seine Ärztin hat sich geirrt. Die Geschichte einer Extremerfahrung.
Hamburg – Am 22. Juni 2009 ist für Christoph P. das Leben, wie er es kannte, zu Ende. Er sitzt im Behandlungszimmer einer modernen Frankfurter Hautarztpraxis und blickt in das ernste Gesicht einer jungen Ärztin. “Der Test war positiv”, hört er sie sagen. “Sie sind hundert Prozent HIV-positiv. Daran gibt es keinen Zweifel.”
Christoph P., 26, fühlt sich, als verlöre die Welt um ihn mit einem Schlag ihre Farbe. Alle Lebensenergie strömt aus ihm heraus. Als wäre ein Stöpsel gezogen worden.«
Quelle: spiegel.de
Nun, nach dem Lesen des Artikels: Was heißt das für alle Test-Willigen? Ich denke, es hat sich eigentlich nicht viel geändert. Unsere Empfehlung für einen Test wird dadurch nicht beeinflusst. Viel mehr zeigt es, was im Extremfall durch menschliches Versagen und Schlamperei ausgelöst werden kann. Doch ich gehe stark davon aus, dass es sich hier bei wirklich um eine absolute Ausnahme handelt, wie es auch im Artikel auf “SPIEGEL Online” geäußert wird.
Lasst Euch also davon nicht einschüchtern. Macht einen Test, damit Ihr auf der sicheren Seite seid, bzw. im Falle eines positiven Ergebnisses so schnell wie möglich mit einer Therapie beginnen könnte. Alle Infos zu einer AIDS-Beratungsstelle in Eurer Nähe findet ihr bei der BZgA oder sucht Euch die Daten für die Aktionen der IWWIT-Testwochen in Eurer Stadt unter iwwit.de heraus.
Ach, übrigens: Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag!




Ich finde es völlig unnütz, die “Durchseuchung” von Bevölkerung und Gruppen (das Risiko ist bei allen!) mit wilder Testerei ermitteln zu wollen. Wer weiss, wie er safer sex praktiziert, der rennt nicht dauernd zum Test. Gewisse Leute betrachten sogar einen Test danach, als Verhütungsmöglichkeit. Doch keineR will sich darum bemühen, herauszufinden WARUM Leute unsafen Sex machen. Dafür wird leider auch niemand bezahlt.
thommen
22. Okt 09 at 17:01
@thommen:
Natürlich! Ein HIV-Test ersetzt keinen Safer sex! Aber ich habe zum Beispiel einmalig jetzt einen Test gemacht, um mir auch wirklich sicher zu sein. Letztlich fand ich eben den Artikel bei “SPIEGEL Online” interessant, und wollte ihn auch auf someabout.net bringen. Ich möchte mich hier eindeutig gegen den Einsatz des HIV-Tests als möglichen Schutz vor AIDS positionieren. Ein solcher Test informiert, er schützt nicht.
Und “wilde Testerei” will ich noch weniger. Ich bin entgegen den aktuellen Bestrebungen hin zum sog. opt-out-Verfahren gegen das obligatorische Testen aller Bürger_innen auf HIV. So etwas darf keine Routine sein, sondern jeder muss dies selbst entscheiden können.
Ich weiß, eine wirre Antwort von mir, aber so ist es nun einmal
Henning
22. Okt 09 at 17:18
Da is nix wirr, du hast es gut auf den Punkt gebracht:
Sex ist und bleibt eine verantwortungsvolle Sache – für alle beteiligten. Dass er nebenbei noch schön sein und Spaß machen kann: umso besser!
Hendryk
22. Okt 09 at 18:36